Der Darm und die Zähne

Neulich hat ein uns bekannter junger Mann von 29 einen Schlaganfall erlitten.

 

Sicher, er hat geraucht. Aber er hat auch noch ein anderes gesundheitliches Problem: tote Zähne, und davon in Anbetracht seines Alters zu reichlich.

 

Die Zahngesundheit hat viel mit unserer Allgemeingesundheit zu tun. Sie müssen, sagen wir, nur einmal eine Weile einseitig kontinuierliche Zahnschmerzen haben und demzufolge beim Kauen ebenso kontinuierlich auf die andere Seite "ausweichen", um schon nach einer Weile ein "Spannungsungleichgewicht" zu spüren, das sich durchaus über den Nacken in den gesamten Rücken fortpflanzen kann.

 

Nach naturheilkundlich-ganzheitlicher "Denke" wird ein toter Zahn vom Körper abgebaut und bei diesem Prozess werden kontinuierlich in winzigen Mengen Giftstoffe freigesetzt, die den Organismus mit "freien Radikalen" belasten. Der Eine steckt es einigermaßen weg, dem Anderen schadet es mit der Zeit.

 

Die Zähne haben auch viel mit dem Darm zu tun, wie das folgende Beispiel zeigt:

 

Ein Mann um die 40, von mir vor Jahren erfolgreich auf Reizdarmsyndrom behandelt, fast zwei Jahre beschwerdefrei, stellte sich nach einer Extraktion eines Weisheitszahnes bei mir in der Praxis vor: eine trockene Höhle im Kiefer, die langsam verheilt, diffuser Schmerz im gesamten Kiefer und vor allen Dingen im Zahnfleisch und dabei wieder aufgetreten eine Enddarmreizung, die lange Zeit nicht in Erscheinung getreten ist. Die Beschwerden verbessern sich nach Angaben des Patienten, wenn er "durch Arbeit abgelenkt ist".

 

So wird das Ganze in der ganzheitlichen Therapie interpretiert:

 

Ein Wund(heilungs)schmerz ist immer ein "vagotoner" Schmerz: Entspannung heilt schneller, aber die Schmerzen intensivieren sich vorübergehend. "Vagoton" ist auch die Reaktion im Darm, denn der Nervus Vagus ist ja ein Darmnerv! An sich nichts Schlechtes, aber wegen der Tiefe der Wunde halten die Beschwerden seit Wochen an. In der Homöopathie wird der Zahnschmerz beziehungsweise der Schmerz des Zahnfleisches folgerichtig auch über den Darm und sein Nervensystem therapiert.

 

Bei einem "toten" Zahn läuft es umgekehrt ab: der Körper versucht ihn über das vegetativ-hormonelle Stressystem (also den Sympathikus, Gegenspieler vom Vagus) "unter Kontrolle zu halten". Die Folge ist eine schleichende Unterdrückung des Immunsystems. Akute Krankheiten treten nicht mehr richtig auf (beispielsweise Infekte) und der Körper reichert sich schneller mit Schadstoffen und allgemeinen Umweltbelastungen an. Chronisch-degenerative Erkrankungen treten demzufolge schneller in Erscheinung, Alterserkrankungen machen sich früher bemerkbar. Eine mögliche Erklärung für Schlaganfälle in der ersten Lebenshälfte.

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