Sollte Crohn nichts weiter sein als eine "Verwechslung"?

Im Bereich der Darmflora wird Zurzeit viel geforscht, nahezu täglich tauchen irgendwo in der Fachliteratur neue Studien auf.

 

Gut, das ist wieder mal ein klassischer „Mäuseversuch“, aber er gibt wichtige Hinweise, wieso das Immunsystem bei Morbus Crohn überreagieren könnte. Bei Infektionen mit bestimmten Parasiten, Protozoen, Viren etc. sollen „gute“ Darmbakterien, die ja Teil des Immunsystems im Darm sind, in ihrem Verhalten unberechenbar werden und sich gegen ihre „Selbstlimitation“ dramatisch ausbreiten. Und Sie wissen ja: wenn etwas von etwas gut ist, ist mehr von demselben nicht unbedingt besser. Wenn von einem Darmkeim, sagen wir, 10 Millionen Individuen im Darm eine nützliche Funktion erfüllen, ist nicht gesagt, dass sie immer noch nützlich sind, wenn aus den 10 Millionen eine Milliarde werden. Dann wird eben die Anzahl zum Problem und das spezifische Immunsystem beginnt, auf diese eigentlich nützlichen Darmkeime zu reagieren.

 

Die Infektion mit den oben genannten Erregern ist irgendwann vorbei, der Zustand normalisiert sich – aber das Immungedächtnis hat sich sowohl die Angreifer (also die oben erwähnten Protozoen, Parasiten oder Viren) „gemerkt“, und es hat sich auch die „guten Darmbakterien“, die einfach nur in ihrer Zahl überhandgenommen haben, „gemerkt“.

 

Was in letzter Konsequenz bedeutet, dass das spezifische Immunsystem nun auf „gute“ Darmbakterien konditioniert ist – und zwar ganz unabhängig von der Zahl ihres Auftretens. Das wäre eine mögliche Erklärung, warum die Erkrankung nach einer Infektion ausbricht.

 

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