Darm schonen und trotzdem genug Nährstoffe bekommen?

Grundsätzlich erbieten sich zwei Wege im akuten Schub, im Bezug auf Ernährung:

 

der erste: ich halte mich mit einer Formula-Diät über Wasser, da sind alle Nährstoffe drin und die Verdauungsarbeit ist größtenteils getan. Die Inhaltsstoffe werden schon im oberen Dünndarmbereich in den Körper aufgenommen, kommen in aller Regel also nicht dahin, wo die Erkrankung "tobt". So kann man sich erstaunlich lange über Wasser halten. Allerdings: ich hatte immer den Eindruck, als ob die dargebotenen Nährstoffe in ihrer Verteilung und Zusammensetzung für den kranken Darm "suboptimal" sind. Zum Beispiel das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren (bei einem Hersteller 1:6, das heißt de Facto was nur diese Komponente angeht, entzündungsfördernd). Zweiter Nachteil: TEUER - wenn es die Kasse nicht trägt, was sie nicht immer tut.

 

Der zweite Weg ist, den Darm zu schonen mit einer Schonkost, wie bei mir im Ernährungsratgeber beschrieben.

 

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Vorteile: Sie bestimmen, was drin ist, Sie bereiten zu, es ist kostengünstig. Nachteile: Es ist nahezu unmöglich, längerfristig den Nährstoffbedarf zu decken. Deswegen muss die Diät wirken und den Darm entlasten. Und das schnell: möglichst binnen 14 Tagen muss eine deutliche Entlastung und Verbesserung der Darmsymptome zu spüren sein, ist jemand in einem entsprechend schlechten Zustand (Anämie, Kachexie) auch schneller. Denn der Körper baut ab und gerät in das, was man so schön einen "katabolen Stresszustand" nennt - dann fehlen Antioxidantien, und die Entzündung verschlechtert sich unter Umständen.

 

Wichtig für den zweiten Weg außerdem: man sollte Erfahrung haben, ob eine Schondiät den Darm wirklich entlastet und die Entzündungen verbessert. Bei mir zum Beispiel hat das immer sehr gut funktioniert. Aber das kann ich natürlich nicht 1:1 auf jeden anderen Betroffenen einer CED übertragen.

 

In diesem Sinne meine Empfehlung: wer Erfahrung hat und bei wem es gut funktioniert, der sollte eine Schonkost erwägen, wer die Erfahrung gemacht hat, dass Ernährung im Akutzustand wenig Einfluss auf die Entzündung hat, sollte eher auf eine Formula-Diät übergehen.

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