Die schnelle und die langsame Stress-Reaktion

In meinem heutigen Eintrag geht es wieder einmal um die Psyche, oder, etwas genauer: das autonome Nervensystem. Das war nämlich lange Zeit mein Steckenpferd, bevor ich auf das spannende Thema "Hormonelle Disruptoren" kam - ein Thema, das uns in der Umweltmedizin zunehmend beschäftigen wird in nächster Zeit.

 

Soweit ich zurückdenken kann, gibt es sehr grob zwei Arten von Stressreaktionen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen:

 

Die Einen reagieren mit Symptomen sehr zeitnah auf Stress und zumindest, wenn sie noch voll in der Stressphase stecken. Die Anderen reagieren erst dann, wenn der Stress vorbei ist und sie erschöpft sind. Die zeitnahe Reaktion auf Stress ist bei Reizdarm noch ausgeprägter, quasi "sofort". Man kann sogar gleichzeitig ein RDS und eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung haben. Und immer spielt eine relativ sensible Psyche mit.

 

Geht man nur nach dem autonomen Nervensystem, wäre die erste Variante eine "Reiz-CED", deren Erkrankung zumindest zum Teil auf Veränderungen im Enzymsystem zurückzuführen ist. Typischerweise reagieren die Betroffenen auch mit dem Magen, mit stundenlangem Völlegefühl nach einer etwas reichhaltigeren Mahlzeit, mit innerer Unruhe, mit Appetitlosigkeit, mit schlechtem Schlaf...und sie reagieren im Regelfall nicht so gut auf Kortison-Präparate (s. auch gestriger Artikel). Der zweite Typ wäre mehr der "Erschöpfungs-CED-Typ" und hier stehen immunologische Aspekte im Vordergrund. Getreu unserer Erkenntnis: "Stress schwächt das Immunsystem - Erschöpfung macht es unkoordiniert". Meiner Beobachtung nach hat der letzte Reaktionstypus typischerweise eine zweiphasige Reaktion auf Kortisonpräparate: Besserung schon nach ein bis drei Tagen, und dann nach ein bis zwei Wochen noch einmal eine weitere Verbesserung.

 

Die erste Besserung ist in diesem Fall der Wirkung von Kortisonpräparaten als Stresshormone zuzuschreiben, die zweite Verbesserung beruht dann auf der entzündungshemmenden Wirkung (Hemmung Leukotriene / Prostaglandine ).

 

Rein symptomatisch habe ich beim ersten Typus gute Anfangserfolge, indem ich den Enzymhaushalt stärke (hier empfiehlt sich beispielsweise Gentiana / Enzian sowie Okoubaka (Bauchspeicheldrüse) oder Quassia (Leber/Galle)), beim zweiten Typus habe ich gute Anfangserfolge mit einer Kombination von afrikanischem Weihrauch (Boswellia carterii) und sibirischem Ginseng (Eleutherococcus senticosus)

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