Wann sind Darmpilze krankheitserregend?

"Hilfe, ich habe einen Darmpilz!" diese Diagnose erhalten viele Menschen, die mit Blähungen, merkwürdig breiig-klebrigen und oftmals säuerlich stinkenden Stühlen beim Arzt vorstellig werden - und der sich die Mühe macht, eine Stuhlprobe zu nehmen.

 

Darmpilze sind sicher nichts Angenehmes, schwer und langwierig zu therapieren und machen einen langfristigen Verzicht auf Zucker und "schnelle" Kohlehydrate notwendig. Bei gleichzeitiger Therapie wohlgemerkt (ohne Therapie hilft die Diät nichts...). Allerdings: Pilze sind zu einem gewissen Grad immer  im Darm vorhanden und in den meisten Fällen nicht schädlich. Es sei denn, es findet eine Milieuverschiebung statt. Z.B., der Darm wird "saurer". Der Dickdarm hat normalerweise einen pH-Wert zwischen 6,2 und 6,8. Über 7,0, im "basischen" Bereich, werden Fäulnisprobleme potentiell verstärkt. Im saureren Bereich, zwischen 6,0 und 5,4 fühlen sich Pilze wohler und können Überhand nehmen. Aber nicht nur dann.

 

Auch das Fehlen von so genannten "genetischen Pilzankern" wie beispielsweise Dectin-1 kann ohne klare Milieuentgleisung dazu führen, dass Darmpilze, die harmlos oder sogar nützlich sind, verdrängt von so genannten "opportunistisch pathogenen" Pilzen, also solchen, die nicht grundsätzlich, aber ab einer bestimmten Stärke und unter bestimmten Bedingungen Krankheiten und Entzündungen erregen.

 

Was folgt daraus:

 

Wenn in der Zukunft, sagen wir, bei einer Stuhlprobe keine pH-Wert-Entgleisungen, wohl aber ein "pathologisches Pilz-Profil" festgestellt werden, mal nach solchen Pilzankern schauen und versuchen, diesen einen Faktor der gesteigerten Darmempfindlichkeit gemäß meinem "Milieukohärenzmodell" über andere Maßnahmen auszugleichen, beispielsweise eine Zucker- und Säurearme Diät in Kombination mit der Einnahme von Caprylsäure.

 

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