Wieviel ist zuviel?

Zuviel Alkohol ist möglich, zuviel Fleisch ist möglich...und zuviel Sport ist auch möglich.

 

Gerade bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, gerade wenn der Minderwertigkeitskomplex aufgrund der bekannten körperlichen Einschränkungen so tief sitzt, dass man unbewusst sich und der Welt demonstrieren muss, dass man eben doch "fit" ist. Aber wie bei allem gibt es hier eine unsichtbare Grenze.

 

Ich habe in einer meiner vegan-Phasen mal Intervalltraining gemacht, also das "harte", in dem man während 20 Minuten 8x30 Sekunden "volle Pulle", also alles was geht, aus sich herausholt. War nicht gut. Nicht nur, dass mir hinterher schwindelig war und ich mich stundenlang erschöpft gefühlt habe, nein, in den drei Tagen danach hatte ich Blutdruckprobleme - mit niedrigem Blutdruck wohlgemerkt (100 zu 60), die sich merkwürdigerweise erst dann in Wohlgefallen aufgelöst haben, als ich ein wenig tierisches Eiweiß zu mir genommen habe.

 

Nun bin ich ja in der glücklichen Lage, dass der Crohn bei mir verheilt ist und meine Übertreibung keinerlei Konsequenzen verdauungstechnischer Natur hatte - aber das ist gerade der Punkt, wenn man eine solche "Erschöpfung" erreicht: der Sympathikus ist dann für einige Zeit quasi "ausgeschaltet". Und die daraus folgende, einseitige Parasympathikus-Dominanz aktiviert auch das Immunsystem (übertrieben). Das hat zwar Vorteile, wenn man ein paar Infektionen "übergangen hat" - in einem solchen Zustand werden Sie sich mit Sicherheit HEFTIG erkälten. Aber Nachteile, wenn man mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung geschlagen ist. Die kann dann nämlich wieder aufflackern.

 

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