Mangel trotz Überfluss - Inzidenz von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Es gibt immer mal wieder Meldungen und wissenschaftliche Mitteilungen, dass Mangelerscheinungen das Immunsystem im Darm beeinträchtigen, und damit indirekt auch die Wahrscheinlichkeit für die Manifestation einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung erhöhen können.

 

Aber wo soll hier ein Mangel herkommen? Wir leben ja bekanntermaßen in einer Überflussgesellschaft.

 

Nun, und hier macht der Spruch wieder Sinn: "es kommt nicht darauf an, was rein kommt, sondern darauf, was der Darm daraus macht!" und hier könnten wir wieder ein Defizit bekommen. Behandeln wir das Ganze doch mal am Beispiel Kalzium.

 

Wie bereits erwähnt, ist Kalzium ein hervorragender Mastzellenstabilisator, d.h. es verhindert die massive Ausschüttung von Histamin, und auch der Einfluss von Histamin auf die Aktivität einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ist hinreichend untersucht. Wir brauchen also Kalzium. Das meiste Kalzium in unserer Standard-Ernährung bekommen wir aus eiweißreichen Nahrungsmitteln. In unserer Ernährung greifen wir in aller Regel auf tierische eiweißreiche Nahrungsmittel zurück: Fleisch, Fisch, Milchprodukte.

 

In der Naturheilkundeszene werden beispielsweise bei "Kalziumreichen" Milchprodukten berechtigte Zweifel geäussert, ob das Kalzium wirklich bioverfügbar ist, d.h. optimal aufgenommen werden kann, denn Milch im Handel hat hier mindestens Pasteurisiert zu sein. Zur Pasteurisation ist eine kurzzeitige Erhitzung auf rund 70°C notwendig. Diese Temperaturen lassen aber alle Enzyme in der Milch inaktiv werden. Daher ist sowohl die Eiweißverdauung als auch die Kalziumaufnahme aus Milch mindestens, um es einmal sehr beschönigend auszudrücken, suboptimal.

 

Das generelle Problem mit Eiweiß ist: unsere "Zivilisationsmägen" sind immer weniger fähig, Nutzen daraus zu ziehen. Stress, Hektik und schlechte Zubereitung von Speisen tun ihr Übriges dazu.

 

Zusammengefasst: man kann trotz Überfluss im Nährstoffangebot tatsächlich Mangelerscheinungen haben! Auch an Kalzium. Ein hoher Verzehr an verarbeiteten Getreideprodukten (Stichwort: Phytinsäure) kann die Kalziumaufnahme noch weiter einschränken.

 

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