Ein sinnvoller Anfang

Wie beginnt eine sinnvolle Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen?

 

"Da müssen wir erst einmal das Immunsystem stärken"

"Da müssen wir erst einmal die Darmflora sanieren"

"Da müssen wir erst einmal die Ernährung umstellen..."

 

Nichts von alledem.

 

Nicht missverstehen: all diese Dinge haben ihre Berechtigung und auch ihre Zeit. Aber nicht zum Beginn. Die große Frage aller Fragen in der ersten Sitzung ist: was hindert den Darm daran, sich selbst wieder zu sanieren?

 

Aus der medizinischen Forschung wissen wir, dass der Darm ungefähr 1 1/2 Jahre braucht, um seine Flora und sein Milieu komplett umzukrempeln. Bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa macht er das überhaupt nicht. Böswilligerweise könnte man sagen: ja, die Medizin hindert ihn daran, aber ich denke so einfach ist es nicht.

 

In meiner Praxis hat es sich bewährt, in der Voranamnese erst einmal nach so genannten "Altlasten" zu fahnden, einschneidende Ereignisse, die die Gesundheit des Patienten in der "ersten Instanz" beeinträchtigt haben. Das muss nicht immer unmittelbar mit dem Darm zusammenhängen. Auch Aussagen wie: "Seit damals schlafe ich schlecht, habe ich Heißhunger auf Süßes, bin ich innerlich unruhig, bin ich ständig erschöpft, habe ich Kopfschmerzen" etc. geben wertvolle Hinweise.

 

Ob diese Altlasten gleich in der ersten Therapiesitzung angegangen werden können, steht auf einem ganz anderen Blatt und hängt auch davon ab, wie schwer die Symptome sind.

 

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